Brustkrebs Behandlung

 

Brustkrebs entsteht zwar im Brustdrüsengewebe und somit in der Brust, wird aber auch als „systemische Erkrankung“ bezeichnet und daher (fast immer) nicht nur „lokal“ durch eine Operation, sondern auch mit Medikamenten behandelt. Denn die mögliche Gefahr, die von Brustkrebs ausgeht, ist ja nicht die Veränderung der Brust, sondern das Risiko, dass Brustkrebszellen über die Lymph- und Blutbahnen abgeschwommen sein könnten. Diese abgeschwommenen Brustkrebszellen können dann in anderen Organen (z.B. Knochen, Lunge, Leber) Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden, die dann die Organfunktion beeinträchtigen und dem Körper gefährlich werden. Ob ein Tumor früher oder später metastasiert, also aggressiver ist oder nicht, hängt vor allem von seinen biologischen Merkmalen wie der Hormonempfindlichkeit (ER-Status, PR-Status), dem HER2-Status und der Wachstumsgeschwindigkeit (Grading, Ki67) ab.  

 

Die "drei Säulen" der Brustkrebsbehandlung

Operation

Operation

 

  • brusterhaltende Operation (BET): Segmentresektion
  • nicht-brusterhaltendes Vorgehen: Brustamputation , Ablatio oder Mastektomie genannt
  • bei allen Patientinnen werden die Lymphknoten in der Achselhöhle untersucht
    • wenn diese im Ultraschall und beim Tasten unauffällig sind, reicht die Entfernung des Wächterlymphknoten (sentinel node, SLN)
    • wenn die Lymphknoten klinisch oder im Ultraschall auffällig erscheinen, sollten mehrere Lymphknoten entfernt werden (Lymphonodektomie, LNE)

Bestrahlung

Bestrahlung 

 

Chemotherapie

Medikamentöse Therapie

 

Welche Patientin, welche medikamentöse Therapie erhält, hängt von Faktoren wie der Tumorgröße, Lymphknotenbefall, Wachstumsgeschwindigkeit und biologischen Merkmalen (wie z.B. ER, PR, HER2) ab. Nur ein Teil der Patientinnen erhält also eine Chemotherapie. Nur Patientinnen mit hormonempfindlichen Tumor erhalten eine antihormonelle Therapie. Nur wenn viel HER2 an den Tumorzellen nachgewiesen werden kann, macht eine Therapie mit Antikörpern gegen HER2 Sinn usw. … 

Die drei zuvor beschriebenen Behandlungs-Säulen werden bei den meisten Patientinnen kombiniert und nacheinander durchgeführt. 

 

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Podcast: Welche Operationen gibt es?

Brusterhaltende Operation, Mastektomie, Wächterlymphknoten-Operation, Axilladissektion, rekonstruktive Verfahren. Was genau sich hinter diesen Begriffen verbirgt, besprechen Prof. Dr. Pia Wülfing und Gabriele Kob in dieser Folge.

 

Video: Operationen bei Brustkrebs

Während des Eingriffs entfernen Operateure das Tumorgewebe aus der Brust. Bei vielen Frauen kann die Brust erhalten werden. Prof. Dr. Pia Wülfing gibt Ihnen einen Überblick.

Video: Brusterhaltende Therapie (BET)

Bei der BET ist es das Ziel, den vorliegenden Tumor vollständig zu entfernen. Brustkrebs kann heutzutage meistens brusterhaltend operiert werden. Wenn Sie genau wissen möchten, wie das funktioniert, dann schauen Sie rein.

Video: Mastektomie

Die vollständige Entfernung des Brustdrüsengewebes bezeichnet man als Mastektomie. Wann das notwendig ist, was bei einer Mastektomie genau gemacht wird und welche Möglichkeiten für einen Wiederaufbau es gibt, erklärt Ihnen Prof. Dr. Pia Wülfing.

 

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09. August 2021 | Autorin: Prof. Dr. Pia Wülfing

 

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