Selbstuntersuchung: Brust abstasten

 

Wieso ist das Abtasten der Brust wichtig?

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Brustkrebs wird oft von den betroffenen Frauen selbst ertastet, entweder durch die gezielte Selbstuntersuchung der Brust oder durch Zufall beim Duschen oder Eincremen. 

 

Die deutschen Fachgesellschaften empfehlen eine Selbstuntersuchung der Brust einmal im Monat. Dabei ist wichtig zu wissen, dass das Abtasten der eigenen Brust keinesfalls eine ausreichende Vorsorgeuntersuchung ist, da tastbare Tumore oft nicht mehr klein sind und auch nicht jeder Tumor überhaupt tastbar ist. Nehmen Sie unbedingt auch an den regulären gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen und am Mammographie-Screening (zwischen 50. Und 70. Lebensjahr) teil.  

 

In welchem Alter ist das Brustabtasten sinnvoll?

 

Egal wie alt Sie sind – das Abtasten der eigenen Brust ist für Frauen in jedem Alter sinnvoll, da Brustkrebs zwar bei älteren Frauen häufiger auftritt, aber in jedem Alter vorkommen kann. Außerdem kennen Frauen, die ihre Brust regelmäßig untersuchen, diese besser und würden neu auftretende Veränderungen auch schneller bemerken.  

Nehmen Sie sich für die Untersuchung etwas Zeit. Zehn Minuten reichen meist völlig aus.  

Wenn Sie noch einen Zyklus haben (= vor den Wechseljahren), ist der beste Zeitpunkt für die Untersuchung der eigenen Brust etwa eine Woche nach dem Beginn der Regelblutung. Dann ist das Brustgewebe besonders weich und gut zu beurteilen. Kurz vor der Menstruation ist das Brustgewebe durch die Hormonspiegel eher „unruhig“ und fühlt sich manchmal knotig an. Nach den Wechseljahren ist der Zeitpunkt nicht entscheidend. Damit aber eine gewisse Regelmäßigkeit entsteht, bietet es sich an, dass Sie sich für die Selbstuntersuchung z.B. jeden 1. Sonntag im Monat oder immer den ersten Kalendertag eines Monats o.ä. vormerken. 

 

Wie tasten Sie Ihre Brust richtig ab?

 
Brust abtasten

 

 

Sie können nicht viel falsch machen, wenn Sie versuchen, systematisch jeden Teil Ihrer Brust abzutasten – auch am Rand und hinter der Brustwarze. Idealerweise einmal im Stehen (z.B. unter der Dusche oder beim Eincremen) und einmal in Rückenlage, da in dieser Position die Brust flacher und auch in der Tiefe besser zu untersuchen ist als in aufrechter Position. Versuchen Sie auch den Rand der Brust bis hin zur Achselhöhle zu ertasten. Die Achselhöhle selbst können Sie am besten bei hängendem Arm untersuchen. Zum Abschluss der Untersuchung drücken Sie einmal Ihre Brustwarzen zusammen, um zu kontrollieren, ob Flüssigkeit austritt (klar, milchig oder blutig). Solch eine Sekretion kann harmlos sein. Sie sollten Ihre Beobachtungen aber immer zeitnah mit Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt besprechen. 

Grundsätzlich gilt: Oft ist das Drüsengewebe bei jüngeren Frauen noch sehr knubbelig und auch im Zyklus aufgrund der Hormonschwankungen „unruhig“. Bei älteren Frauen nach den Wechseljahren ist die Brust meist weich und deutlich einfacher zu untersuchen. Versuchen Sie einfach, die Brust so regelmäßig zu untersuchen, dass Sie sie „kennen“ und Ihnen Veränderungen auffallen. 

 

 

 

 

 

09. August 2021 | Autorin: Prof. Dr. Pia Wülfing

 

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