Brustkrebs: Ursachen und Risikofaktoren

 
 
 

Ursachen für Brustkrebs

 

Warum bekommt eine Frau Brustkrebs? Die Frage nach den Ursachen von Brustkrebs stellen sich wohl alle Betroffenen und auch ihre Angehörigen. Fest steht: Es gibt nicht „DIE“ eine Ursache für Brustkrebs. Die Forschung beschäftigt sich seit langem mit Brustkrebs (Mammakarzinom) Ursachen und es gibt tatsächlich „Brustkrebs Risikofaktoren“. Aber nur einen Teil dieser Faktoren können wir selbst beeinflussen. Viele Faktoren, die eine Brustkrebs-Erkrankung begünstigen (wie z.B. Alter, Hormonstatus und die Gene), haben wir nicht in der Hand. Die meisten Risikofaktoren erhöhen das Risiko auch nur gering. Wenn man verschiedene Risikofaktoren hat, bedeutet es also nicht, dass man auch wirklich erkrankt. Tatsächlich spielt hier auch der Zufall eine Rolle, ob es zu einer Erkrankung kommt. Denn die Erbinformationen einer Zelle können sich spontan verändern und zu Krebs führen, ohne dass ein besonderer Grund zu finden ist.    

 

 

 

 

Entstehung von Brustkrebs

 

Wie ensteht Brustkrebs? Brustkrebs (Mammakarzinom) ist neues, unkontrolliert wachsendes, bösartiges Gewebe, das aus einer einzigen „entarteten“ Brustdrüsenzelle entstanden ist. „Bösartig“ (oder: maligne) bedeutet, dass sich die Zellen der normalen Wachstumskontrolle des Körpers entzogen haben. Sie wachsen ungebremst. Und sie verdrängen und zerstören das umliegende gesunde Gewebe. Besonders gefährlich für den Körper ist die Metastasierung, bei der sich Krebszellen aus dem Tumor ablösen und über Lymph- oder Blutbahnen abschwimmen, in andere Organe gelangen und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.

 

Mehr zur Entstehung von Brustkrebs

 

 

 

 

Risikofaktoren für Brustkrebs

 

Die Frage nach den Risikofaktoren für Brustkrebs wird sehr häufig gestellt – von Betroffenen, die für sich klären wollen, ob die Erkrankung hätte vermieden werden können, aber auch von gesunden Frauen, die eine Erkrankung im Laufe ihres Lebens fürchten und diese möglichst verhindern wollen. Es gibt tatsächlich „Brustkrebs Risikofaktoren“. Aber diese sind nur zum Teil beeinflussbar oder vermeidbar. Und: fast jede Frau hat bestimmte Risikofaktoren für Brustkrebs. Das heißt aber nicht unbedingt, dass man auch erkrankt.

Zu den Faktoren, die man nicht selbst in der Hand hat, und die auch den größten Einfluss auf das Erkrankungsrisiko haben, zählen das Lebensalter, der Zeitpunkt der ersten bzw. letzten Menstruation (je länger die Zeit der hormonellen Aktivität desto höher das Erkrankungsrisiko) und das familiäre Risiko von Brustkrebs.

 

 

 

Beeinflussbare und nicht beeinflussbare Risikofaktoren

Die meisten Frauen haben einen oder mehrere Risikofaktoren, die das Gesamtrisiko aber meist nur gering erhöhen. Man muss also nicht erkranken, wenn man Risikofaktoren hat. Auch der Zufall spielt aufgrund von spontanen Veränderungen der Gene (Mutationen) eine Rolle. Das bedeutet aber keinesfalls, dass es völlig egal ist, wie man lebt. Ein ungesunder Lebenswandel mit z.B. regelmäßigem Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und Übergewicht erhöht das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, deutlich. 

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren

 

  • Lebensalter
  • hormonelle Faktoren (frühe erste Menstruation, späte Menopause)
  • Familiäres Risiko - genetische Veranlagung
  • hohe Brustdichte
  • vorangegangene Strahlentherapie wegen Lymphdrüsenkrebs im Kindes- und Jugendalter
  • Wiedererkrankung

Beeinflussbare Risikofaktoren

 

  • regelmäßiger Alkoholkonsum (mehr als 10 Gramm Alkohol pro Tag, das entspricht einem Glas Wein à 125 ml mit ca. 10 % Alkohol)
  • langjähriger Zigarettenkonsum
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht (ca. 20 bis 30 Prozent aller Krebserkrankungen werden durch Übergewicht begünstigt)
  • hormonelle Faktoren (Antibaby-Pille oder Hormonersatztherapie führen zu einer geringen Risikoerhöhung)
 

Lebensalter und Brustkrebs

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für nahezu allen Krebserkrankungen. Krebs ist eine typische Alterskrankheit. Die erhöhte Anfälligkeit des Körpers kann mit einer im Alter zunehmenden Anhäufung von Schäden des Erbgutes gesunder Zellen und gleichzeitig nachlassenden Reparatur- und Schutzmechanismen erklärt werden. So entstehen mehr bösartige Zellveränderungen, also Krebs.

 

Statistiken zur Brustkrebshäufigkeit nach Alter

 

 

 

Hormonelle Faktoren bei Brustkrebs

Hormone können die Vermehrung von Krebszellen beeinflussen. Die meisten Mammakarzinome sind hormonempfindlich. Bei diesen ER-/PR-positiven Tumoren wirken die weiblichen Geschlechtshormone wie „Nahrung“ und beschleunigen das Wachstum der Zellen. Daher steigt das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, je früher eine Frau ihre Periode bekommen hat, je seltener sie schwanger war, je später sie ihr erstes Kind geboren hat und je älter sie zum Zeitpunkt der Wechseljahre ist.

 

 

 

Familiäres Risiko an Brustkrebs zu erkranken

Der Einfluss der Gene wird meist überschätzt. Eine an Brustkrebs erkrankte Mutter erhöht nicht zwangsläufig das Risiko der Tochter zu erkranken. Ganz allgemein gilt: Wenn nur eine nahe Verwandte erkrankt ist, ist dies nicht unbedingt ein Hinweis auf eine familiäres Krebsrisiko. Die meisten Brustkrebserkrankungen sind unabhängig von Genen und werden nicht vererbt. Nur bei etwa 5-10 % aller Brustkrebspatientinnen kann ein verändertes (mutiertes) Brustkrebsgen (z.B. BRCA, PALB2, ATM, BARD1, CHEK2, RAD51C, RAD51D) ) nachgewiesen werden, das auch vererbt werden kann. Bei den Betroffenen, die ein solches Risikogen tragen, funktionieren die Reparaturmechansimen der Zellen weniger gut. Dadurch steigt ihr Krebsrisiko. Vor allem Veränderungen (Mutationen) an den Genen BRCA-1 und BRCA-2 erhöhen das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, um ein Vielfaches. So erkranken ca. 65% der Frauen mit einer BRCA-1 Mutation und ca. 45% der Frauen mit einer BRCA-2 Mutation vor dem 70. Lebensjahr. Ob ein „echtes“ Vererbungsrisiko vorliegt, können Spezialisten, so genannte Fachärzte für Humangenetik, feststellen.

Anhand der Checkliste für familiären Brust- und Eierstockkrebs können Sie prüfen, ob in Ihrer Familie ein erbliches Risiko für Brustkrebs vorliegen könnte und ob Sie sich daher zur genetischen Beratung überweisen lassen sollten. Wenn bei mehreren nahen Verwandten Brustkrebs aufgetreten ist, kann dies auf Genveränderungen hinweisen und ein Gentest sinnvoll sein. Wenn die Mutter oder eine Schwester erkranken (also Verwandte 1. Grades), verdoppelt sich das eigene Risiko, während Brustkrebs bei einer Großmutter oder Cousine (also Verwandten 2. Grades) das eigene Risiko kaum erhöht.

 

Mehr über vererbbaren Brustkrebs erfahren

 

 

 

Eine vorausgehende (frühere) Brustkrebserkrankung

Frauen, die bereits einmal an Brustkrebs erkrankt sind, haben ein höheres Wiedererkrankungs-Risiko. Dann entsteht in der bereits zuvor erkrankten Brust ein neuer Tumor. Dieser entsteht vermutlich aus in der Brust oder der Haut oder den Lymphgefäßen verbliebenen einzelnen Krebszellen. Musste die Brust entfernt werden, kann das „Rezidiv“ auch im Bereich der Brustwand oder der Haut entstehen. Und auch Rückfälle im Bereich der Achselhöhle werden als so genanntes Lokalrezidiv bezeichnet. In den Jahren nach einer Brustkrebserkrankung erfolgt eine engmaschige (anfangs vierteljährliche) Nachsorge, um örtliche (lokale) Rückfälle möglichst früh entdecken zu können.

 

 

 

Häufige Fragen zum Thema Ursachen und Risikofaktoren von Brustkrebs

 

 

18. März 2022 | Autorin: Prof. Dr. Pia Wülfing

 

 

 

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