Die Geschichte von Male

 

Autorin: Male Kirking | 02. Juni 2022

 

Über mich:

Hallo, mein Name ist Male und ich bin 29 Jahre alt. Ich habe mein Abitur gemacht, dann eine Ausbildung zum Mediengestalter digital & Print und habe mich dann als Fotografin und Freelancerin selbstständig gemacht. Ich habe einen Führerschein und 3 jüngere, wunderbare Geschwister.

Male Kirking
  • Ich hatte einen tollen Beruf.

 

  • Ich hatte eine tolle Wohnung.

 

  • Ich hatte einen tollen Freund.

 

  • Ich hatte tolle Freunde.

 

  • Ich hatte ein tolles Auto.

 

  • Ich hatte Zeit und Geld mindestens einmal im Jahr einen tollen Urlaub zumachen.

 

  • Ich hatte einen tollen Körper, mit dem ich tanzen konnte wie ich wollte, reden konnte wie ich wollte, mich schminken konnte wie ich wollte, rumspringen konnte wie ich wollte, Sport machen konnte wie ich wollte.

 

Und doch war ich unzufrieden, wollte ein Leben wie bei Instagram.
 

 
Und dann änderte sich alles


Kurz nach meinem 25. Geburtstag erfuhr ich, dass ich einen bösartigen Tumor in der Brust hatte: Krebs. Und gleichzeitig wurde mir die ganze Zeit schwindlig und andauernd habe ich alles doppelt gesehen. Untersuchungen und Chemoplan folgten sofort. Aber wo der Schwindel und die Doppelbilder herkommen?! Keine Ahnung. 

 

Unzählige Ärzte, unzähliges Achselzucken und das Wichtigste: keine Diagnose. Mein Hausarzt forschte und erkundigte sich, bis er es herausfinden konnte. Es war das PARANEOPLASTISCHE SYNDROM.
Scheiße, aber wenigstens eine Diagnose.

Begriffserklärung:
Wenn ein Tumor auftritt, fängt das körpereigene Immunsystem an diesen zu bekämpfen. Bei dem „Paraneoplastischen Syndrom“ (PNS) wird das eigene Kleinhirm auch als Tumor angesehen und ebenfalls angegriffen und bekämpft.

Mir wird gesagt:
„Sie gewinnen eher im Lotto, als dass Sie PNS bekommen.“

 

Währenddessen und danach: 

  • Einsetzen eines Ports
  • Chemotherapie
  • Kortisonbehandlung
  • Lumbalpunktionen
  • Haarverlust
  • Immunglobuline
  • Operation des Tumors im Sommer - Halsschlagader - Katheter
  • Antikörpertherapie
  • 2 Plasmapheresen
  • Trombose mit vielen Spritzen
  • Weitere Chemotherapie
  • Bestrahlung
  • Unzählige Tabletten
  • 4 Monate Krankenhausaufenthalt

 

Dann endlich was positives: kein Krebs mehr. Aber das Paraneoplastische Syndrom bleibt. Also meine Symptome sind folgende:

  • Ich sehe dauerhaft Doppelbilder.
  • Mir ist stark schwindelig.
  • Ich kann nicht mehr gehen.
  • Ich habe Schwierigkeiten zu sprechen. Meine Arme und mein Kopf zittern.
  • Ich mache unkontrollierte Bewegungen. 
  • Ich bin immer müde.
  • Ich bin immer auf Hilfe angewiesen.

 

Ich arbeite mit Cranio-, Physio-, Ergotherapie und schwimme dagegen an. Aber alles ist nur mit der Hilfe meiner Familie und Freunde sowie eiserner Disziplin möglich. Ich wohne zu Hause, kann meinen Job nicht mehr ausüben, mein langjähriger Freund hat mich verlassen. 

Aber um meiner Kreativität Raum zu geben, habe ich mit Hilfe einen Shop www.pnsisteinarsch.de aufgemacht, um mein Credo zu verbreiten: Niemals aufgeben.

Niemand kann mir sagen, ob ich wieder gesund werden kann.

Ich würde alles tun, um mein altes Leben wiederzuhaben. Bescheuert, dass ich damit unzufrieden war.

 

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