Ernährung bei Brustkrebs - Was hilft bei Brustkrebs?

 
 

Ernährung: Wichtiger Baustein der bestmöglichen Therapie

 

Fragen zur „richtigen“ Ernährung bei Brustkrebs gehören für viele Patientinnen zu den meistdiskutierten überhaupt. In der Tat haben Ernährungsfaktoren einen großen Einfluss darauf, wie gut Sie die Therapie vertragen oder wie sich Ihre langfristige Gesundheit entwickelt. Dazu kommt, dass das individuelle Ernährungsverhalten die Selbstwirksamkeit in einer Situation fördert, in der sich viele Betroffene hilflos und ausgeliefert fühlen. Durch Ihre täglichen Ernährungsentscheidungen können Sie aktiv Einfluss auf Ihre Gesundheit nehmen.

Das Problem ist nur: Wenn Sie sich darüber informieren möchten, welche Ernährungsweise besonders vorteilhaft ist, ob zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel helfen oder ob bestimmte „Krebsdiäten“ die Therapie unterstützen – dann sind Google und Co. meist sehr schlechte Ratgeber.

 

Gerade im Ernährungsbereich gibt es sehr viel selbsternannte „Experten“ und Influencer, deren Empfehlungen sich nicht nur widersprechen, sondern die zum Teil sogar gefährlich sein können.

 

Bei uns finden Sie deshalb ausschließlich wissenschaftlich fundierte und alltagstaugliche Ernährungsempfehlungen. Zwar gibt es keine einzelnen Superfoods, mit denen man Brustkrebs heilen kann. Doch durch die bestmögliche Ernährung können Sie selbst dazu beitragen, dass Sie besser durch die medikamentöse Therapie kommen und weniger unter Nebenwirkungen leiden. Auch das Risiko für einen Rückfall (Rezidivprävention) wird von Ernährungsfaktoren mitbestimmt.

Um die positiven Wirkungen der Ernährung für Ihre Gesundheit nutzen zu können, unterstützen wir Sie mit konkreten Ernährungsempfehlungen (PINK! App – bald verfügbar). Grundlage dafür sind die neuesten Erkenntnisse der Ernährungsmedizin. Doch Sie wissen vermutlich aus eigener Erfahrung: Pauschale Ernährungs- und Diättipps sind selten hilfreich. Die bestmögliche Ernährung ist immer individuell und berücksichtigt Ihre Vorlieben, Ihre Ziele und Ihre gesundheitliche Situation. Genau dies leistet unser Konzept der personalisierten Ernährung.

 

Ernährung und Brustkrebs – die wichtigsten Punkte

 

Im Folgenden haben wir Ihnen die wichtigsten Fakten zum Thema Ernährung und Brustkrebs zusammengestellt. Wie konkret Sie diese Empfehlungen umsetzen können, hängt von sehr vielen individuellen Faktoren ab:

 

  • Essen ist auch Lebensqualität! Ihre Lebensmittelauswahl spielt für Ihre Gesundheit eine große Rolle, doch Ernährung ist mehr als die Summe der Nährstoffe. Bitte vergessen Sie nicht, dass Essen neben Nährstoffzufuhr auch Lebensqualität, Genuss und Gemeinschaftserlebnis bedeutet. Das soll heißen: Haben Sie nicht den Anspruch, sich immer und überall maximal „gesund“ zu ernähren, wenn dabei der Genuss zu kurz kommt. Solange Sie insgesamt eine gesunde Ernährung praktizieren, spricht überhaupt nichts dagegen, gelegentlich über die Stränge zu schlagen oder einfach mal „ungesunde“ Lebensmittel zu genießen.

 

  • Vollwertige und nährstoffdichte Lebensmittel bevorzugen. Insgesamt günstig für Ihre Gesundheit wirkt sich eine Ernährungsweise aus, die viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte enthält. Gesundheitlich eher ungünstig wirken hochverarbeitete Lebensmittel, zuckergesüßte Getränke und Fertigprodukte, Fastfood sowie rotes Fleisch und Wurstwaren. Am besten umsetzen lässt sich dieses Ernährungskonzept mit einer Kohlenhydrat-reduzierten (low-carb) mediterranen Ernährung. Welchen Effekt spezifische Ernährungsweisen (z. B. ketogen, glutenfrei, basisch) auf den Krankheitsverlauf haben, ist aktuell noch nicht bekannt.

 

  • Rückfall-Risiko senken. Wichtig zur Senkung des Rückfall-Risikos ist die Vermeidung von Übergewicht und Adipositas. Das verbessert nicht nur Ihre Brustkrebsprognose, sondern senkt auch das Risiko für Lymphödeme und spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Falls Sie übergewichtig oder adipös sind, ist eine professionelle Unterstützung zur Gewichtsreduktion sehr wichtig. Um ein gesundes Körpergewicht zu erreichen, gibt es nämlich kein Patentrezept, sondern viele individuell unterschiedliche Ansätze, die gut wirksam sind.

 

  • Alkohol meiden. Alkohol ist zwar ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs; wie sich Alkohol allerdings auf das Rückfall-Risiko auswirkt, ist bislang nicht vollständig erforscht. Insgesamt profitiert aber Ihre Gesundheit auf jeden Fall davon, wenn Sie so wenig Alkohol trinken wie möglich.

 

  • Fokus auf der Fettqualität. Viele denken bei „gesunder Ernährung“ sofort an fettarme Lebensmittel. Die Empfehlung, fettarme Lebensmittel zu bevorzugen, ist heute aber aufgrund von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen widerlegt. Viel wichtiger als eine Fettreduktion ist die Vermeidung von zugesetzten Zuckern, wie sie in vielen Fertigprodukten zu finden sind. Beim Fett dagegen kommt es viel mehr auf die Fettqualität an: Hier sollten Sie hochwertige pflanzliche Öle wie zum Beispiel Olivenöl oder Leinöl bevorzugen. Bei tierischen Fetten dagegen sollten Sie sparsam sein.

 

  • Soja-haltige Lebensmittel sind unbedenklich. Viele Frauen mit Brustkrebs haben die Befürchtung, dass sich Soja-haltige Lebensmittel wie Soja-Drinks, Tofu oder Tempeh ungünstig auf ihre Erkrankung auswirken könnten. Sehr viele große Studien haben inzwischen gezeigt, dass diese Sorge unbegründet ist. Auch Frauen mit einem Östrogenrezeptor-positivem Tumor oder mit einer Antiöstrogentherapie können ohne Bedenken Soja-haltige Lebensmittel in üblichen Mengen konsumieren. Sicherheitshalber vermeiden sollten Sie dagegen Nahrungsergänzungsmittel, die hochdosierte Soja-Extrakte (Soja-Isoflavone) enthalten.

 

  • Fasten vor der Chemotherapie? Vor allem im Internet gibt es viele Berichte darüber, dass vollständiger Nahrungsverzicht (Fasten) die Wirksamkeit einer Chemotherapie verbessern könnte. Ob das tatsächlich so ist und was mögliche Risiken sind, wird aktuell in verschiedenen Studien untersucht. Einen derartigen Selbstversuch sollten Sie aber auf keinen Fall ohne professionelle ernährungsmedizinische Begleitung durchführen, da es sonst schnell gefährlich werden kann. Definitiv unwirksam ist die Idee, den Tumor durch Nahrungsverzicht „aushungern“ zu wollen.

 

  • Es gibt keine wirksamen „Krebsdiäten“. Das Internet ist voll von dubiosen Anbietern und Influencern, die sog. „Krebsdiäten“ propagieren. Dabei wird suggeriert, man könne mit bestimmten (meist drastischen) Diäten das Rückfall-Risiko senken oder den Krebs ganz heilen. Solche „Krebsdiäten“ können unwirksam, schädlich oder sehr gefährlich sein. Nur eins sind sie definitiv nicht: wirksam.

 

  • Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln! Nahrungsergänzungsmittel enthalten Mikronährstoffe, die Gesundheitsvorteile suggerieren. Tatsächlich ist es so, dass Sie sehr gut mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt sein sollten – denn damit vertragen Sie die medikamentöse Therapie besser, haben weniger Wundheilungsstörungen und Infekte, und Ihre gesamte Gesundheit profitiert. Die beste Möglichkeit, Ihren Mikronährstoffbedarf zu decken, sind nährstoffdichte natürliche Lebensmittel. Besteht der Verdacht auf unzureichende Versorgung oder einen bestimmten Mikronährstoffmangel, wird eine Laborkontrolle durchgeführt um herauszufinden, welchen Nährstoff Sie in welcher Dosierung benötigen. Auf keinen Fall sollten Sie „einfach so“ Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, ohne vorher eine Blutanalyse machen zu lassen. Bestimmte hochdosierte Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidanzien können nämlich die Wirkung der Strahlen- und Chemotherapie abschwächen und mit anderen Medikamenten Wechselwirkungen verursachen. Benötigen Sie solche Supplemente, um einen nachgewiesenen Mangel zu beheben, ist vorher eine sorgfältige Wechselwirkungsprüfung unerlässlich.

 

  • Unerwünschter Gewichtsverlust ist eher selten. Seltener als unerwünschter Gewichtsverlust ist in der Brustkrebstherapie die unerwünschte Gewichtszunahme. Ursachen dafür sind neben den Kortisonanwendungen bei der Chemotherapie auch die veränderten Lebensumstände (weniger körperliche Aktivität) oder die Antihormontherapie. Dieser unerwünschten Gewichtszunahme können Sie am besten mit einer individuellen, professionellen Ernährungstherapie entgegenwirken.

 

  • Möglichkeiten der klinischen Ernährung nutzen. In bestimmten Ausnahmesituationen besteht die Möglichkeit, auf orale Nahrungssupplemente (sog. „Astronautenkost“) zurückzugreifen. Dies ist der Fall, wenn über längere Zeit keine ausreichende Nahrungsaufnahme möglich ist. Hier kommen spezifische Supplemente, Trinknahrungen und spezielle Präparate zur Anreicherung Ihrer üblichen Nahrung zum Einsatz.

 

  • Therapiebedingte Beschwerden. Viele Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie (z. B. Geschmacksstörungen, Übelkeit, Schleimhautentzündungen) können sich nachteilig auf den Ernährungszustand auswirken. In dieser Situation gibt es sehr gute ernährungstherapeutische Maßnahmen, um die Beschwerden zu lindern und zu verhindern, dass durch kurzfristige Beeinträchtigungen ein langfristiges Ernährungsrisiko entsteht.

 

  • Ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung. Die meisten Krankenkassen übernehmen (zumindest anteilig) die Kosten einer professionellen Ernährungstherapie, wenn dazu eine sog. Ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung vorliegt. Diese kann von Ihrer behandelnden Ärztin ausgestellt und bei Ihrer Krankenkasse eingereicht werden.

 

Unser Angebot an Sie: Die Übersetzung der wissenschaftlich fundierten Ernährungsmedizin in personalisierte und alltagstaugliche Ernährungsempfehlungen (PINK! App). So sind Sie auch mit Ihrer Ernährung bestens aufgestellt.

 

Hier ist ein Ausschnitt unserer Webinar-Reihe zum Thema "Ernährung bei Brustkrebs"

Ernährung bei Brustkrebs

Prof. Dr. Martin Smollich gibt einen fundierten Überblick zum Thema Ernährung bei Brustkrebs.

 

Weitere Videos zum Thema "Ernährung bei Brustkrebs" finden Sie bei unseren Webinaraufzeichnungen.