Perücken bei Brustkrebs

 

Wir möchten Ihnen hier Ihre möglichen Ansprüche zum Thema Haarersatz (Perücke) und BHs nach Operationen erklären. Sie finden hier die Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen und auch einige Leistungen, die nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Die Situation einer Patientin muss immer individuell betrachtet werden und bietet auch Raum für Kulanzentscheidungen Ihrer Krankenkasse.  

Inhaltsverzeichnis

Wann habe ich Anspruch auf eine Perücke?

Sie haben Anspruch auf einen Haarersatz (Perücke), wenn Sie eine Chemotherapie erhalten, die Haarausfall verursacht.

Wie komme ich an die Perücke?

Sie erhalten von Ihrem behandelnden Brustzentrum oder Onkologen ein Rezept für eine Kunsthaarperücke als Haarersatz. Mit diesem Rezept wenden Sie sich an ein Perückenstudio Ihrer Wahl. Die Kollegen beraten Sie und helfen Ihnen bei der Auswahl. Sollten Sie sich im ersten Perückenstudio nicht wohl fühlen oder nicht fündig werden, scheuen Sie sich nicht ein oder zwei weitere aufzusuchen. Das Rezept geben Sie erst ab, wenn Sie wirklich zufrieden mit Ihrer Wahl sind.

Werden die Kosten für eine Perücke übernommen?

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen Ihre Kunsthaar-Perücke. Je nach Krankenkassen variiert der Erstattungsbetrag zwischen 350 und 450 Euro. Sie zahlen lediglich Ihre gesetzliche Zuzahlung von 5-10 Euro. Sollten Sie sich für eine teurere Perücke entscheiden, müssen Sie die Differenz tragen. Die privaten Krankenkassen übernehmen meist etwas mehr. Die Kollegen im Perückenstudio kennen immer den aktuellen Beitrag ihrer Krankenkasse.

Kann ich eine Echthaar-Perücke bekommen?

Die Kosten für eine Echthaar-Perücke sind deutlich höher als bei Kunsthaar-Perücken. Aus diesem Grund werden die Kosten hierfür nur bei Vorliegen einer allergischen Reaktion auf die Kunsthaar-Perücken übernommen. Hierfür bedarf es eines Attests von einem von Ihrer Krankenkasse genannten Dermatologen (Hautarzt).

Kann eine Perücke erneut verordnet werden?

Sie können eine Perücke nach frühstens 6 Monaten erneut verordnet bekommen, wenn Sie sich in einer Langzeittherapie oder palliativen Behandlung mit Haarverlust befinden. Sollten Sie sich in einer kürzer dauernden Therapie befinden, Ihre Perücke aber zu Schaden oder abhandengekommen sein, dann müssen Sie dies bei Ihrer Krankenkasse beantragen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dann in aller Regel aus Kulanz.

Was ist, wenn ich keine Perücke möchte?

In diesem Fall lohnt der Versuch, bei ihrer Krankenkasse nachzufragen, ob diese Ihnen einen Teil des Budgets der Kunsthaar-Perücke für die Anschaffung von Mützen und Tüchern zur Verfügung stellt. Meist stellen die Krankenkassen Ihnen dann einen Betrag aus Kulanz zur Verfügung.