Phase-III-Studie Eine Phase-III-Studie testet ein neues Medikament oder eine Therapie an einer großen Gruppe von Patientinnen, um Wirksamkeit und Sicherheit im Vergleich zur Standardbehandlung zu bestätigen und die Grundlage für die Zulassung zu schaffen.

ASCENT-05

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Wenn nach der neoadjuvanten Therapie noch Tumor übrig ist, bleibt ein erhöhtes Rückfallrisiko. Die ASCENT-05-Studie untersucht neue Ansätze, um verbliebene Krebszellen gezielt zu bekämpfen und die Heilungschancen weiter zu verbessern – über Standardtherapien hinaus.

EU-CT #2024-512279-10 Die EudraCT-Nummer ist wie eine „Ausweisnummer“ für klinische Studien mit Medikamenten in Europa, damit jede Studie eindeutig identifiziert und nachvollzogen werden kann.

Worum geht es in der Studie?

Prof. Dr. Pia Wülfing erklärt, was das Ziel der Studie ist, wer teilnehmen kann und was Patientinnen erwartet.

Einschlusskriterien

  • Frühes, nicht-metastasiertes Mammakarzinom (cT1 cN1-2 oder cT2-4 cN0-2)
  • Triple-negativer oder sehr schwach hormonempfindlicher Brustkrebs (“HR-low”: ER und/oder PR ≤10%), HER2-negativ
  • Keine vollständige Remission (kein vollständiger Rückgang) nach neoadjuvanter Chemotherapie (± Immuntherapie)
  • Mindestens 6 Zyklen Chemotherapie vor der OP
  • Strahlentherapie abgeschlossen
  • Keine BRCA1/2-Mutation
  • Einschluss innerhalb von 16 Wochen nach letzter Operation

Ausschlusskriterien

  • Stadium IV Brustkrebs (bedeutet, dass Krebszellen bereits in andere Organe oder Körperbereiche gestreut haben)
  • Vorangegangener Brustkrebs auf der Gegenseite
  • Vorbehandlung mit anderen Immuncheckpoint-Inhibitoren oder HER2-Therapie
  • Schwere Herzprobleme (z. B. Herzinfarkt in den letzten 6 Monaten)
  • Aktive, schwere Infektion

💡 Wussten Sie schon?

Bei Brustkrebs werden Tumoren nach dem TNM-System klassifiziert. Dieses beschreibt die Tumorgröße (T), den Befall der Lymphknoten (N) und das Vorhandensein von Fernmetastasen (M). Für diese Studie gelten folgende Einschlusskriterien:

  • cT1 cN1-2: Der Tumor ist klein (≤ 2 cm), aber es sind bereits 1 bis 9 Lymphknoten befallen.
  • cT2-4 cN0-2: Der Tumor ist mittlerer bis großer Größe (2 cm bis > 5 cm) oder wächst bereits in umliegendes Gewebe ein. Es können 0 bis 9 Lymphknoten befallen sein.

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Wie läuft die Studie ab?

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Häufig gestellte Fragen

Gibt es potenzielle Hindernisse der Teilnahme?
  • Strenges Zeitfenster: Einschluss nur bis 16 Wochen nach letzter Operation möglich
  • Aktive Infektionen oder schwere Herzprobleme können die Teilnahme ausschließen
  • Bekannte BRCA1/2-Mutation: Diese Patientinnen haben alternative, bewährte Therapieoptionen (z. B. Olaparib)
  • Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente, also der Immuntherapie (z. B. Entzündungen) bzw. von Sacituzumab Govitecan (z. B. Durchfall, Blutbildveränderungen) müssen beachtet und überwacht werden
Gibt es weitere Besonderheiten?
  • ASCENT-05 richtet sich gezielt an Patientinnen, bei denen nach intensiver Vorbehandlung noch Tumorreste bestehen – ein Zustand mit erhöhtem Rückfallrisiko. Die Studie kombiniert moderne Immuntherapie (Pembrolizumab) mit Chemotherapie (Sacituzumab-Govitecan oder Capecitabin). Eingeschlossen sind triple-negative sowie sehr schwach hormonempfindliche (HR-low) Tumoren. Ziel ist es, die Heilungschancen durch eine optimierte, zusätzliche Therapie weiter zu erhöhen. Dabei richtet sich die ASCENT-05-Studie an Frauen mit einem initial mittleren bis höheren Tumorstadium, bei denen der Tumor schon etwas größer war oder Lymphknoten beteiligt waren.Gerade bei dieser Ausgangslage ist das Risiko eines Rückfalls höher – darum bietet die Studie eine gezielte Weiterbehandlung an, um die Heilungschancen zu verbessern. In der derzeitigen Standardbehandlung (SOC = Standard of Care) wird Pembrolizumab nach der Operation normalerweise allein (also ohne zusätzliche Chemotherapie) eingesetzt. Doch wie wirksam diese alleinige Immuntherapie bei noch verbliebener Resterkrankung wirklich ist, wissen wir bisher nicht genau. In der ASCENT-05-Studie erhalten Patientinnen die Möglichkeit, Pembrolizumab mit einer zusätzlichen, modernen Chemotherapie zu kombinieren. Diese Kombination könnte die verbliebenen Krebszellen noch gezielter bekämpfen und damit die Heilungschancen verbessern – eine Therapie, die im normalen Behandlungsstandard aktuell nicht vorgesehen ist.
Was ist die die medizinische Idee hinter der Studie?

Bei triple-negativem oder sehr schwach hormonempfindlichem (HR-low) Brustkrebs ist die neoadjuvante Chemotherapie – also die Behandlung vor der Operation – heute Standard. Doch leider erreicht nicht jede Patientin eine vollständige Rückbildung des Tumors. Wenn nach der OP noch eine sogenannte Resterkrankung vorhanden ist, bleibt das Rückfallrisiko erhöht – trotz aller bisherigen Fortschritte. Gerade in dieser Situation bestand bisher eine therapeutische Lücke.

Die ASCENT-05-Studie richtet sich an Patientinnen mit triple-negativem oder HR-low Brustkrebs, bei denen nach intensiver Vortherapie noch Tumorzellen nachweisbar sind – und bei denen keine BRCA-Mutation vorliegt.

Hier setzt die Kombination von zwei modernen Wirkstoffen an:

Pembrolizumab ist eine Immuntherapie. Sie stärkt das körpereigene Immunsystem darin, verbliebene Tumorzellen gezielt zu erkennen und zu bekämpfen. In der großen KEYNOTE-522-Studie konnte Pembrolizumab zeigen, dass es das Rückfall- und Sterberisiko bei triple-negativem Brustkrebs deutlich senken kann – insbesondere in Kombination mit Chemotherapie.

Sacituzumab-Govitecan ist ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat: Es funktioniert wie eine „intelligente Chemotherapie“. Ein Antikörper bringt gezielt ein Zellgift in Tumorzellen, ohne gesundes Gewebe so stark zu schädigen wie eine klassische Chemotherapie. In der ASCENT-Studie bei metastasiertem triple-negativem Brustkrebs konnte Sacituzumab-Govitecan das Überleben der Patientinnen fast verdoppeln und das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung um nahezu 60 % senken.

Die ASCENT-05-Studie prüft nun, ob die Kombination dieser beiden modernen Ansätze – Immuntherapie plus zielgerichtete Chemotherapie – auch bei Patientinnen mit verbliebener Resterkrankung im Frühstadium die Heilungschancen deutlich verbessern kann.

Alle Patientinnen in der Studie erhalten Pembrolizumab. Zusätzlich werden zwei Behandlungswege verglichen:

Pembrolizumab + Sacituzumab Govitecan

Pembrolizumab + (oder ohne) Capecitabin (Tabletten-Chemotherapie, ärztliche Entscheidung)

Ziel ist es, verbliebene Krebszellen so effektiv wie möglich zu eliminieren, das Risiko eines Rückfalls zu senken und damit langfristig die Heilungschancen zu verbessern.